Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2017

Risikoprofil

Die folgende Tabelle zeigt unsere Gesamtrisikoposition, gemessen am ökonomischen Kapitalbedarf, berechnet für das Kredit-, Markt-, operationelle und Geschäftsrisiko, für die angegebenen Stichtage. Zur Ermittlung unserer (nicht aufsichtsrechtlichen) Gesamtrisikoposition ziehen wir in der Regel Diversifikationseffekte zwischen den Risikoklassen in Betracht.

Gesamtrisikoposition, gemessen am ökonomischen Kapitalbedarf nach Risikoklasse

 

 

 

Veränderung 2017
gegenüber 2016

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

31.12.2017

31.12.2016

in Mio €

in %

1

Diversifikationseffekt über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko (größte Geschäftsrisiko-Komponente).

Kreditrisiko

10.769

13.105

−2.336

−18

Marktrisiko

10.428

14.593

−4.165

−29

Marktrisiko aus Handelspositionen

3.800

4.229

−429

−10

Marktrisiko aus Nichthandelspositionen

6.628

10.364

−3.736

−36

Operationelles Risiko

7.329

10.488

−3.159

−30

Geschäftsrisiko

5.677

5.098

579

11

Diversifikationseffekte über die Risikoarten1

−7.074

−7.846

772

−10

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

27.129

35.438

−8.309

−23

Zum 31. Dezember 2017 betrug unser gesamter ökonomischer Kapitalbedarf 27,1 Mrd €. Dies entspricht einem Rückgang um 8,3 Mrd € oder 23 % gegenüber dem Vorjahresbedarf von 35,4 Mrd € zum 31. Dezember 2016. Der Rückgang resultierte hauptsächlich aus der Quantilsänderung von 99.98 % auf 99.9 %. Die Quantilsänderung ist auf unsere überarbeitete interne Kapitaladäquanzperspektive von einem "Gone-Concern" hin zu einer Perspektive zurückzuführen, die zusammen mit einer revidierter Definition des Kapitalangebots darauf abzielt, die langfristige Fortführung der Unternehmenstätigkeit des Konzerns sicherzustellen wie im Abschnitt „Interne Kapitaladäquanz“ weiter beschrieben.

Unser ökonomischer Kapitalbedarf für das Kreditrisiko reduzierte sich um 2,3 Mrd € oder 18 % zum 31. Dezember 2017, im Vergleich zum Jahresende 2016. Der Rückgang resultierte hauptsächlich aus der Quantiländerung, wodurch sich der ökonomische Kapitalbedarf für das Kreditrisiko im November 2017 um 3,66 Mrd € reduzierte, teilweise kompensiert durch eine höhere Komponente für das Kontrahentenrisiko.

Der ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelspositionen reduzierte sich zum 31. Dezember 2017 auf 3,8 Mrd € im Vergleich zu 4,2 Mrd € zum Jahresende 2016. Die Rückgang resultierte hauptsächlich aus der Veränderung des Quantils, wodurch sich der ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Handelspositionen um 0,6 Mrd € reduzierte, teilweise kompensiert durch das Ausfallrisiko aus einer Handelspositionen-Komponente. Unser ökonomischer Kapitalbedarf für das Marktrisiko aus Nichthandelspositionen reduzierte sich um 3,7 Mrd € oder 36 % im Vergleich zu 31. Dezember 2016. Dieser Rückgang reflektiert hauptsächlich die Anwendung einer neuen Methodik für Garantiefondsrisiken, sowie auf niedrigeren Positionswerten bei den strukturellen Währungsrisiken. Die Quantilsänderung führte zu einem Rückgang des ökonomischen Kapitalbedarfs für das Marktrisiko aus Nichthandelspositionen im November 2017 um 1,8 Mrd €.

Der Rückgang des ökonomischen Kapitals für das operationelle Risiko beträgt insgesamt 3,2 Mrd € oder 30 % im Vergleich zu 10,5 Mrd € zum 31. Dezember 2016. Der Rückgang ist fast ausschließlich durch die Veränderung des Konfidenzintervalls zurückzuführen. Dieser Rückgang wurde lediglich durch einen marginalen Anstieg der Effekte kompensiert, welche zur Erhöhung des regulatorischen Kapitalbedarfs geführt haben. Diese sind im Abschnitt „Operationelles Risikomanagement“ beschrieben.

Unser ökonomischer Kapitalbedarf für das Geschäftsrisiko besteht aus einer strategischen Risikokomponente, die implizit auch Komponenten von Nicht-Standard-Risiken wie das Refinanzierungs- und das Reputationsrisiko beinhaltet, eine Steuerrisikokomponente und einer Eigenkapitalanforderung aus IFRS latenten Steuern, die aus temporären Differenzen resultieren. Der ökonomische Kapitalbedarf für das Geschäftsrisiko erhöhte sich um 578 Mio € im Vergleich zu 31. Dezember 2016, auf 5,7 Mrd € zum 31. Dezember 2017. Der Anstieg reflektierte den erhöhten Verbrauch des ökonomischen Kapitalbedarfs der Steuerrisikokomponente um 267 Mio € und einer Eigenkapitalanforderung aus aktiven latenten Steuern in Höhe von 686 Mio €, teilweise kompensiert durch einen Rückgang seit November 2017 in Höhe von 791 Mio € durch das niedrigere Quantil beim ökonomischen Kapitalbedarf. Weitere Details finden Sie im Abschnitt „Interne Kapitaladäquanz“.

Der Diversifikationseffekt des ökonomischen Kapitalbedarfs zwischen den einzelnen Risiken über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko reduzierte sich um 772 Mio €. Der Rückgang reflektiert hauptsächlich die Quantilsänderung und den damit insgesamt niedrigeren ökonomischen Kapitalbedarfs.

Die Vielfalt unserer Geschäftsaktivitäten impliziert das Eingehen verschiedenster Risiken durch unsere Geschäftsbereiche. Wir messen die wesentlichen inhärenten Risiken in unseren entsprechenden Geschäftsmodellen durch den ökonomischen Kapitalbedarf ohne Diversifikationseffekte. Diese spiegelt das Risikoprofil für jeden Unternehmensbereich vor risikoartenübergreifenden Effekten auf Konzernebene wieder.

Risikoprofil unserer Geschäftsbereiche auf Basis des ökonomischen Kapitals

 

31.12.2017

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

Corpo­rate & Invest­ment Bank

Private & Commercial Bank

Deutsche Asset Manage­ment

Non-Core Opera­tions Unit

Consoli­dation & Adjust­ments

Konzern gesamt

Konzern gesamt (in %)

N/A – nicht aussagekräftig

1

Diversifikationseffekt über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko (größte Geschäftsrisiko-Komponente).

Kreditrisiko

6.519

3.596

62

-

591

10.769

40

Marktrisiko

4.679

1.386

310

-

4.054

10.428

38

Operationelles Risiko

5.995

932

402

-

0

7.329

27

Geschäftsrisiko

4.435

10

99

-

1.133

5.677

21

Diversifikationseffekte1

−5.450

−950

−264

-

−410

−7.074

−26

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

16.178

4.974

609

-

5.368

27.129

100

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt in %

60

18

2

-

20

100

N/M

 

31.12.20161

in Mio €
(sofern nicht anders angegeben)

Corpo­rate & Invest­ment Bank

Private & Commercial Bank

Deutsche Asset Manage­ment

Non-Core Opera­tions Unit

Consoli­dation & Adjust­ments

Konzern gesamt

Konzern gesamt (in %)

N/A – nicht aussagekräftig

1

Die Betragszuordnung für die Unternehmensbereiche wurde an die Struktur zum 31.Dezember 2016 angepasst.

2

Diversifikationseffekt über Kredit-, Markt-, operationelles und strategisches Risiko (größte Geschäftsrisiko-Komponente).

Kreditrisiko

8.185

4.308

62

108

442

13.105

37

Marktrisiko

5.341

1.712

2.197

332

5.010

14.593

41

Operationelles Risiko

8.330

1.437

561

160

0

10.488

30

Geschäftsrisiko

4.753

32

100

245

−32

5.098

14

Diversifikationseffekte2

−6.008

−1.039

−441

−110

−248

−7.846

−22

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt

20.602

6.449

2.480

735

5.172

35.438

100

Ökonomischer Kapitalbedarf insgesamt in %

58

18

7

2

15

100

N/M

Das Risikoprofil von Corporate & Investment Bank (CIB) wird geprägt von Handelstätigkeiten im Zusammenhang mit Originator- sowie Strukturierungs- und Marktpflegeaktivitäten, welche Markt- und Kreditrisiken unterliegen. Der Großteil der Kreditrisiken resultiert aus Trade Finance Aktivitäten im Geschäftsbereich Global Trade Finance, sowie aus Corporate Finance Aktivitäten im Geschäftsbereich Financing and Origination & Advisory. Der Anteil der operationellen Risiken am Risikoprofil von CIB ist im Vergleich zum Jahresende 2016 angestiegen und reflektiert sowohl ein erhöhtes Verlustrisikoprofil der kompletten Branche als auch interne Verluste. Der übrige Teil des Risikoprofils von CIB leitet sich aus dem Geschäftsrisiko ab, welches Ertragsschwankungsrisiken reflektiert. Der Anstieg des Ökonomischen Kapitalbedarfs für das Geschäftsrisiko im Vergleich zum Jahresende 2016 resultierte hauptsächlich aus einem erhöhten ökonomischen Kapitalbedarf für die strategische Risikokomponente. Die Quantilsänderung führte zu einem Rückgang des ökonomische Kapitalbedarfs in CIB um 6,3 Mrd €.

Das Risikoprofil von Private & Commercial Bank (PCB) spiegelt Kreditrisiken aus dem Kreditgeschäft mit Privatkunden, kleinen und mittleren Unternehmen (KMUs) sowie Aktivitäten im Wealth Management (WM) und Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten aus Investitionsrisiken, aus der Einlagenmodellierung und aus Credit-Spread-Risiken wider. Der Rückgang des ökonomischen Kapitalbedarfs für das Marktrisiko im Vergleich zum Jahresende 2016 resultiert hauptsächlich aus einer Verringerung des Marktrisikos aus der Nichthandelspositionen-Komponente. Die Quantilsänderung führte zu einem Rückgang des ökonomische Kapitalbedarfs in PCB um 1,8 Mrd €.

Der Hauptrisikotreiber in unserem Unternehmensbereich Deutsche Asset Management (Deutsche AM) sind Garantien auf Investmentfonds, die wir unter Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten ausweisen. Weiterhin bringt das Beratungs- und Kommissionsgeschäft von Deutsche AM entsprechende operationelle Risiken mit sich. Der Ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko reduzierte sich im Vergleich zum Jahresende 2016. Der Rückgang resultierte hauptsächlich aus einer Verringerung des Marktrisikos aus der Nichthandelspositionen-Komponente infolge der Anwendung einer neuen Methodik zur Messung von Garantiefondsrisiken. Die Quantilsänderung führte zu einem Rückgang des ökonomischen Kapitalbedarfs in Deutsche AM um 469 Mio €.

Zum Portfolio der Non-Core Operations Unit (NCOU) gehörten Aktivitäten, die entsprechend der Geschäftsstrategie der Bank nicht zum zukünftigen Kerngeschäft zählten, sowie Vermögenswerte, die für Risikoabbaumaßnahmen vorgesehen waren. Die NCOU umfasste auch weitere zur Abtrennung geeignete Vermögenswerte, Vermögenswerte mit erheblicher Kapitalbindung und niedrigen Renditen sowie Vermögenswerte, die Rechtsrisiken unterliegen. Das Risikoprofil der NCOU umfasste Risiken über die gesamte Bandbreite unseres Unternehmens. Der ökonomische Kapitalbedarf über alle Risikoarten reduzierte sich durchgehend in 2016, was hauptsächlich den Risikoabbau von nicht strategischen Beständen reflektiert. Zum Jahresanfang 2017 wurde die NCOU aufgelöst und die verbleibenden Bestände auf die anderen Geschäftsbereiche verteilt.

Consolidation & Adjustments beinhalten hauptsächlich Marktrisiken aus Nichthandelsaktivitäten für strukturelle Währungsrisiken, das Risiko aus Pensionsverpflichtungen sowie das Aktienvergütungsrisiko. Der ökonomische Kapitalbedarf für das Marktrisiko und das Steuerrisiko als Teil des Geschäftsrisikos erhöhte sich im Vergleich zum Jahresende 2016. Die Quantilsänderung führte zu einem Rückgang des ökonomischen Kapitalbedarfs in Consolidation & Adjustments um 1,8 Mrd €.