Deutsche Bank

Geschäftsbericht 2017

Zusammenfassende Risikobewertung

Hauptrisikokategorien sind 1) finanzielle Risiken wie das Kreditrisiko (einschließlich Ausfall-, Migrations-, Transaktions-, Abwicklungs-, Forderungsbetrags-, Länder-, Risikoabsicherungs-, und Konzentrationsrisiken), Marktrisiko (einschließlich Zinsraten-, Wechselkurs-, Aktienhandels-, Credit-Spread-, Rohstoffpreis-, und andere Cross-Asset-Risiken), Liquiditätsrisiken, Geschäftsrisiken (einschließlich des steuerlichen und strategischen Risikos), und 2) nichtfinanzielle Risiken (NFRs) wie das Reputationsrisiko und das operationelle Risiko (mit den wichtigen Unterkategorien Compliance-, Rechts-, Modell-, Informationssicherheits-, Betrugs- und Geldwäscherisiko). Wir verwalten die Identifizierung, Bewertung und Minderung der wichtigsten aktuellen und aufkommenden Risiken durch einen internen Steuerungsprozess und die Verwendung von Risiko-Management-Tools und -Verfahren. Unser Ansatz zur Identifizierung und Folgenabschätzung soll sicherstellen, dass wir die Auswirkungen dieser Risiken auf unsere Finanzergebnisse und langfristigen strategischen Ziele und den Ruf mildern. Lesen Sie den Abschnitt „Risiko- und Kapitalmanagement“ für detaillierte Informationen über das Management unserer wesentlichen Risiken.

Im Rahmen unserer regelmäßigen Analyse werden die Sensitivitäten der wichtigsten Portfoliorisiken durch eine induktive Risikobewertung sowie eine deduktive Analyse makroökonomischer und politischer Szenarien überprüft. Dieser duale Ansatz erlaubt es uns, nicht nur Risiko-Einflussfaktoren zu erfassen, die sich auf unsere gesamten Risikobestände und Geschäftsbereiche auswirken, sondern auch solche, die nur für bestimmte Portfolios relevant sind.

Vor dem Hintergrund einer weltweit verbesserten wirtschaftlichen Lage, insbesondere in der Eurozone, betrachten wir derzeit die Risiken aus einer veränderten Geldpolitik und geopolitische Risiken als die wichtigsten möglichen Auslöser einer Verschlechterung. Es wird erwartet, dass die Federal Reserve im Laufe des Jahres 2018 die Zinsen weiter anheben wird, während die EZB ihr Programm zum Ankauf von Anleihen („Quantitative Easing“) möglicherweise zum Jahresende einstellt. Sollte die Inflation höher als erwarten ausfallen, könnte dies den Übergang zu einer restriktiveren Geldpolitik beschleunigen, was wiederum zu Verwerfungen an den Finanzmärkten (aufgrund derzeit hoher Bewertungen in verschiedenen Anlageklassen) und zu finanziellen Unsicherheiten in Bereichen mit hohem Verschuldungsgrad führen könnte. In Europa bleibt die politische Tagesordnung in Bewegung, mit den Parlamentswahlen in Italien im März, den laufenden Verhandlungen zum „Brexit“ und der ungelösten Situation in Katalonien. Im geopolitischen Bereich bleiben die Spannungen zwischen den USA beziehungsweisen ihren Alliierten und Nord-Korea im Fokus.

Die Bewertung der potenziellen Auswirkungen dieser Risiken ist in unsere konzernweiten Stresstests integriert, die unsere Absorptionsfähigkeit dieser Ereignisse für den Fall ihres Eintritts bewerten. Die Ergebnisse dieser Tests zeigten, dass wir derzeit ausreichend Kapital und Liquiditätsreserven vorhalten, um die Auswirkungen dieser Risiken im Zusammenspiel mit den verfügbaren Risikominderungsmaßnahmen zu absorbieren, falls sie in Übereinstimmung mit den Testparametern eintreten. Informationen über die Risiko- und Kapitalpositionen unserer Portfolios sind im Kapitel „Materielles Risiko und Kapitalperformance“ zu finden.

Nachdem der Basler Ausschuss am Ende des Jahres 2017 die Neufassung des Modellansatzes für RWA (gemeinhin bezeichnet als „Basel 4“) abgeschlossen hat wird in 2018 eine stärkerer Fokus auf die Implementierung entsprechender Regeln und eine Verbesserung der Überwachung erwartet. Wir konzentrieren uns unverändert darauf, potenzielle politische und aufsichtsrechtliche Änderungen zu identifizieren und deren mögliche Auswirkungen auf unser Geschäftsmodell und unsere Prozesse zu bewerten.

Insgesamt lag der Fokus des Risiko- und Kapitalmanagements im gesamten Jahr 2017 darauf, unser Risikoprofil in Übereinstimmung mit unserer Risikostrategie zu halten, unsere Kapitalbasis zu stärken und unsere strategischen Initiativen zu unterstützen. Ein besonderes Augenmerk galt dabei der Optimierung der Bilanzstruktur. Dieser Ansatz spiegelt sich in den nachfolgenden Risikobewertungen wider.